Victoria Cathedral

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    • Zieht unter den Klängen der Orgel in die Kathedrale ein.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Liebe Gemeinde, wir lesen in der Heiligen Schrift:
      "Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose um waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen, wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn "Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem Herrn geheiligt heißen", und um das Opfer darzubringen, wie es gesagt ist im Gesetz des Herrn: "ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben". Und siehe, ein Mann war in Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mann war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war mit ihm. Und ihm war ein Wort zuteil geworden von dem Heiligen Geist, er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen. Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird - und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen -, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Asser; die war hochbetagt. Sie hatte sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt, nachdem sie geheiratet hatte, und war nun eine Witwe an die vierundachtzig Jahre; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth. Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm."

      Es singt der Tenor des Kirchenchors und es spielt das Kirchenorchester.

      Liebe Gemeinde,
      seit nunmehr 2008 Jahren feiert die Christenheit den Geburtstag des Herrn Jesus Christus. Er ist derjenige, der von Ewigkeit her bei Gott war, der dann zur festgesetzten Zeit - vor 2000 Jahren - den Platz beim Vater aufgab, der auf diese Welt kam und unser sterbliche wurde, um den Menschen das Licht zu bringen, um alle, die ihn aufnehmen, zu Kindern Gottes zu machen. Jesus ist der Sohn Gottes und der Erlöser der verlorenen Menscheit. "Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr!" So verkünden die Engel in der Heiligen Nacht. Der Erlöser - das ist der, der die Lösung bringt, für die großen Fragen des Menschen, die tiefsten und eigentlichen Lebensprobleme, welche sind Schuld, Leid und Tod.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      "Das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit kamen durch Jesus Christus", so heißt es in der Heiigen Schrift bei Johannes. Das Gesetz wurde durch Mose gegeben. - Die Zehn Gebote sagen es klipp und klar, was gut und böse ist, wodurch der Mensch sündigt. Aber mit Jesus kommt mehr: die Gnade, das heißt die vergebende Liebe Gottes. Das zeigt sich schon bei der Geburt des Jesuskindes in Bethlehem. - Wer sind die Ersten, die zu ihm kommen ? - Nicht die Frommen Israels, keine Schriftgelehrten und Pharisäer, keine Würdenträger und Honoratioren. Hirten kommen, die bei den Schafen wachten. Und die waren alles andere als angesehene Bürger. Die Hirten gehörten damals zum Strandgut der Gesellschaft, zu denen, die man in den Städten und Dörfern nicht gern sah, weil sich zwielichtige Burschen darunter befanden. Und genau die ruft der Engel zur Krippe: "Euch ist heute der Heiland geboren!"
      Das ist wie ein Vorzeichen vor das spätere Leben Jesu. Einen "Freund der Zöllner und Sünder" wird man ihn nennen, weil er mit denen zu Tisch saß, die schlecht angesehen waren, weil er Vergebung hatte für einen Zöllner Zachäus oder die Ehebrecherin. Und Jesus wird das so erklären: "Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten".
      Und so sagt uns Weihnachten: Du Mensch, der du weißt, dass du Schuld auf dich geladen hast, der du manches zu verbergen hast: Versteck dich nicht länger, komm zu dem, der deine Schuld wegnimmt und deine Seele gesund macht!

      Es singt die Sopranistin des Kirchenchors und es spielt das Kirchenorchester.

      Das zweite zentrale Lebensproblem ist das des Leids. Gerade dieser Frage steht unsere heutige, angeblich so fortschrittliche Zeit völlig ratlos und hilflos gegenüber. Denn wir leben in einer "Spaßgesellschaft". Leben muß Spaß machen. Dann macht es Sinn. Aber was ist mit denen, die keinen Spaß mehr haben? Was ist mit dem Mann, der seit einem Sportunfall vom Halswirbel an völlig gelähmt daliegt - hat sein Leben noch Sinn? Die Antwort gibt wiederum Jesus, der Erlöser. Denn gerade er war von Anfang an konfrontiert mit dem Leid, mit der ganzen Ungerechtigkeit der Welt. Von dem Augenblick an, als seine Eltern keine Herberge in Betlehem fanden, weil kein Platz für sie war; - eine Futterkrippe im Stall, das war der Platz, den die Welt dem Jesuskind zuwies. Und später, da werden auch so viele keinen Platz für ihn haben: "Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
      Er heilt die Kranken, er bringt das Evangelium - und doch bleibt die große Masse gleichgültig und viele hassen ihn gar bis aufs Blut, bis er mit 30 Jahren auf Golgotha stirbt: Angenagelt ans Kreuz des Leids, der Ungerechtigkeit und Verlassenheit. Und damit stellt sich der Sohn Gottes ein für allemal auf die Seite der Leidenden; aller, die das schlechte Los gezogen haben, die auf dem letzten Platz sind.
      Und er ruft ihnen zu: Du Mensch, der du mühselig und beladen bist und unglücklich, und der du ein schweres Kreuz zu tragen hast: Komm zu mir, dann brauchst Du nicht zu verzweifeln, dann hat dein Schicksal einen Sinn!

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Der Tod ist der letzte Feind, wie Paulus sagt, der Feind, dem keiner entgeht. Ob groß oder klein, ob reich oder arm, ob jung oder alt.
      Man kann ihn verdrängen, überspielen, hinausschieben. Am Ende kommt er doch. Und er kommt auch schon mitten im Leben. - Wenn er uns die nimmt, die wir lieben. Die Todesfrage - die Schicksalsfrage eines jeden. Wer hat die Antwort? Gibt es jemanden in dieser Welt? Nein, denn alle sind sterblich und zum Tod verurteilt. Aber es gibt den, der durch den Tod hindurchgegangen ist und in Herrlichkeit auferstanden ist. Und der uns verspricht: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt". Wer außer Jesus kann uns das zusagen? Wer außer ihm kann den letzten Feind besiegen?
      Darum: Du Mensch, der du einmal sterben mußt und den die Angst vor dem Tod, wenn auch heimlich, bedrückt. Betäube dich nicht mit Alkohol und Beruhigungspillen, sondern halte dich fest an Jesus, deinem Erlöser!

      Es singt der Tenor des Kirchenchors und es spielt das Kirchenorchester.

      Das ist die Weihnachtsbotschaft: Christ, der Retter, ist da. Gott, unser Schöpfer hat das Elend der Menschen gesehen und uns seinen geliebten Sohn als Erlöser gesandt.
      "Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt".
      Darum feiern wir heute Weihnachten.
      Darum haben wir allen Grund, Gott zu danken.
      Darum feiert die Kirche heute weltweit den großen und barmherzigen Gott mit allem Glanz und allem Reichtum der Liturgie.
      Und darum geht uns heute vielleicht auf: Es ist zu wenig, viel zu wenig, wenn ich nur einmal im Jahr, an Weihnachten danke. Nein, ich habe allen Grund, meinem Erlöser heute und morgen und an jedem Tag meines Lebens aus tiefster Seele zu danken!
      Amen.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Lasst uns beten:
      Guter Gott, wir sind hierher gekommen, um zusammen Weihnachten zu feiern.

      Wir sind hierher gekommen, um uns daran zu erinnern, warum wir überhaupt Weihnachten feiern. Wir sind hierher gekommen, um dir zu danken, dass du uns Menschen nahe sein willst, dass du ein Gott für uns Menschen bist.
      Gott unser Vater, in dieser Nacht feiern wir die Geburt deines Sohnes Jesus. Durch ihn willst du unser Leben hell machen. Wir bitten dich:
      Lass hell werden die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als Licht in die Welt gekommen für alle, die traurig, einsam und allein sind.
      Guter Gott schenke allen Menschen etwas von diesem Licht.
      Wir bitten dich, erhöre uns.
      Hell wir die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als leuchtender Stern aufgegangen über dem dunklen Stall unserer Welt.
      Guter Gott, lass uns in deinem Licht leben und den Weg zueinander finden.
      Wir bitten dich, erhöre uns.
      Hell soll die dunkle Nacht durch uns werden, dann wir sollen dein Licht in die Welt tragen.
      Guter Gott, lass uns leuchtende Sterne sein, die dein Licht aufleuchten lassen, wo Menschen traurig sind, einsam und krank.
      Wir bitten dich, erhöre uns.
      Hell wird es werden in unserer Gemeinde, wenn wir alle leuchtende Sterne sind. Dann können wir in unserer Gemeinde und in vielen Gruppen Heimat finden.
      Guter Gott, schenke uns und allen Menschen einen Ort der Geborgenheit und der Heimat.
      Wir bitten dich, erhöre uns.
      Ja, Herr, lass es hell werden in uns und um uns herum. Dann werden alle sehen, dass du unter uns lebendig bist durch Christus, deinen Sohn.
      Amen.

      Es singt die Sopranistin des Kirchenchors und es spielt das Kirchenorchesters.

      Liebe Gemeinde, wir sprechen un das Glaubensbekenntnis:

      Wir glauben an den einen Gott,
      den Vater, den Allmächtigen,
      der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
      die sichtbare und die unsichtbare Welt.
      Und an den einen Herrn Jesus Christus,
      Gottes eingeborenen Sohn,
      aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
      Gott von Gott, Licht vom Licht,
      wahrer Gott vom wahren Gott,
      gezeugt, nicht geschaffen,
      eines Wesens mit dem Vater;
      durch ihn ist alles geschaffen.
      Für uns Menschen und zu unserem Heil
      ist er vom Himmel gekommen,
      hat Fleisch angenommen
      durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria
      und ist Mensch geworden.
      Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
      hat gelitten und ist begraben worden,
      ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
      und aufgefahren in den Himmel.
      Er sitzt zur Rechten des Vaters
      und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
      zu richten die Lebenden und die Toten;
      seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
      Wir glauben an den Heiligen Geist,
      der Herr ist und lebendig macht,
      der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
      der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
      der gesprochen hat durch die Propheten,
      und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.
      Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
      Wir erwarten die Auferstehung der Toten
      und das Leben der kommenden Welt.
      Amen.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Lasset uns beten:
      Vater unser im Himmel,
      Geheiligt werde Dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld,
      wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung,
      sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn Dein ist das Reich und die Kraft
      und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
      Amen.

      Es singt der Tenor des Kirchenchors und es spielt das Kirchenorchester.

      Gott lasse dich ein gesegnetes Weihnachtsfest erleben.
      Gott schenke dir die nötige Ruhe, damit du dich auf
      Weihnachten und die frohe Botschaft einlassen kannst.
      Gott nehme dir Sorgen und Angst und schenke dir
      neue Hoffnung.
      Gott bereite dir den Raum, den du brauchst und an
      dem du so sein kannst, wie du bist.
      Gott schenke dir die Fähigkeit zum Staunen
      über das Wunder der Geburt im Stall von Bethlehem.
      Gott mache heil, was du zerbrochen hast und führe
      dich zur Versöhnung.
      Gott gebe dir Entschlossenheit, Phantasie und Mut,
      damit du auch anderen Weihnachten bereiten kannst.
      Gott bleibe bei dir mit dem Licht der Heiligen Nacht,
      wenn dunkle Tage kommen.
      beschreibt er mit seiner rechten Hand ein Kreuzzeichen.
      Gott segne dich und schenke dir seinen Frieden.
      Amen

      Es spielt das Kirchenorchester.

      Zieht unter den Klängen der Orgel aus die Kathedrale.
      Kardinal Bernhard Leber
      Erzbischof von St. Luca und
      Metropolit der Demokratischen Union
      Mitglied im Kollegium der Kardinäle der heiligen und apostolischen Katholischen Kirche
    • Zieht unter den Klängen der Orgel in die Kathedrale ein.

      Liebe Gemeinde, in der Heiligen Schrift lesen wir:
      "Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hast, und hast es Unmündigen geoffenbart. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir. Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will. Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht."

      Es singt der Kirchenchor.

      Liebe Gemeinde,
      ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde die Verse sehr schön. Sie sind wie ein Lied: "Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde ... - Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht." Schön wie ein Lied sind die Wort Jesu.
      "... weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart." - Schon dieser Gedanke ist wahrhaftig würdig, immer wieder und wieder "besungen" zu werden!
      Viele Menschen meinen, dass die die Botschaft Jesu, das ganze Evangelium wäre sehr schwierig zu verstehen. Manche Predigten, die über unseren Kopf hinweg gehen oder viele öffentliche theologische Diskussionen, tragen dazu bei, dass wir es so sehen.Aber wer bei Jesus bleibt, wer auf ihn hört, der erfährt und begreift etwas anderes: "Ja, Vater; denn so hat es dir wohl gefallen. Alles ist mir übergeben von meinem Vater ..." Gott selbst steht hinter Jesus. Mehr noch: Er ist in ihm! Das spürt man in Jesu Nähe. Da muss man nicht gelehrt oder besonders intelligent sein. Das hat vielmehr überhaupt nichts mit unseren geistigen Qualitäten zu tun. Wer Abitur hat, der ist in dieser Sache nicht begünstigt. Wer studieren durfte, kommt deshalb in seinem Glauben an ihn nicht weiter als der Handwerker oder Arbeiter. Warum ist das so? Weil man Jesus nicht mit dem Verstand fassen kann. Weil der Glaube an ihn keine Leistung ist, schon gar keine intellektuelle, sondern ein Geschenk!
      "... niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will." Jesus muss sich uns offenbaren. Sonst führt kein anderer Weg zu ihm. Der Glaube, das Vertrauen zu ihm, ist kein Ergebnis von Überlegungen. Er leuchtet uns nicht irgendwann ein, weil er so vernünftig wäre. Im Gegenteil. Alles spricht dagegen, dass wir zum Glauben finden, wenn wir nur lange genug darüber nachsinnen! Dann nämlich werden wir erkennen, wie unvernünftig der Glaube ist und ja eigentlich auch die ganze Sache Jesu: Ist das vernünftig, seinen Himmel zu verlassen und in diese Welt einzugehen, in der einer des anderen Teufel ist? Spricht das für Vernunft, in dieser Welt ausgerechnet als Armeleutekind zu beginnen und sein ganzes kurzes Leben auf dem unteren Weg zu bleiben? Ja, ist es nicht geradezu die Ausgeburt der Unvernunft, für andere zu leiden, sich das Kreuz auf die Schulter legen zu lassen und schändlich zu sterben? Nein und noch mal nein, vernünftig ist das nicht!
      Aber auch die Liebe ist nicht vernünftig! Viele von uns haben das doch schon erlebt oder werden es so Gott will noch erleben: Da ist ein eigentlich ganz normaler Mensch. Wenn wir ihn nur mit klarem Blick und nüchternem Verstand anschauen könnten, dann würden wir uns selbst nicht mehr verstehen: Aber wir verzehren uns nach ihm. Wir wollen jede Minute mit ihm verbringen. Alles, was er sagt, erscheint uns gut. Wie er sich bewegt, sein Gesicht ... schön und wunderbar. Niemals werden wir uns von ihm trennen. All unsere Wünsche drehen sich um ihn. Morgens, wenn wir aufwachen, freuen wir uns schon, dass es ihn gibt. Abends, wenn wir einschlafen, ist er unser letzter Gedanke. Warum ist das so? Doch nicht weil es dafür auch nur einen vernünftigen Grund gäbe. - Aber wir lieben diesen Menschen!
      Ob es nicht die Liebe Gottes ist, die in Jesus diesen unvernünftigen Weg von der Krippe zum Kreuz geht? Ob es nicht die Liebe ist, die Jesus beseelt, wenn er uns zu sich ruft: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken." Und das eben ist es, was uns zum Glauben führt, dass wir es fühlen: Es "erquickt", in seiner Nähe zu sein. Es macht Freude, zu ihm gehen zu dürfen, ohne Vorleistung, ohne Angst, vielleicht nicht willkommen zu sein. Es lässt unser Herz hüpfen und macht unsere Seele froh, bei ihm alles abzulegen, was uns beschwert, bedrückt und das Leben schmälert.
      Aber bei ihm wird uns nicht leicht, weil wir ihn verstehen. Unsere Lasten werden wir nicht los, weil wir seine Lehre begreifen. Den Glauben an ihn gewinnen wir nicht, weil es uns vernünftig erscheint. Seine Liebe zu uns rührt uns an. Bei ihm erfahren wir Befreiung. Wenn er uns nah kommt, dann verwandelt sich alles und wir selbst auch - und wir glauben ... gegen jede Vernunft!
      "Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir ... denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen." Aha, denken wir jetzt, also doch ein "Joch", doch eine Last, doch ein Mühe, die wir uns auferlegen müssen!? Im Gegenteil: Sein Joch - und wenn sie "Joch" hörten, dachten die Menschen damals sofort an das alttestamentliche Gesetz und seine sklavische Befolgung - sein Joch ist leicht, verlangt nur die Liebe und dass wir uns an Jesu Vorbild halten. Am besten wird dieses "Joch" Christi in der Bergpredigt beschrieben: Wir sollen die Feinde lieben und denen wohl tun, die uns hassen. Wir sollen die Ehe achten und sie nicht brechen. Wir sollen vertrauen haben und uns nicht sorgen. Wir sollen nicht richten, nicht verurteilen, sondern versuchen, die Menschen zu verstehen.
      Wir sollen unseren Nächsten das tun, was auch wir uns von ihnen wünschen, dass sie es uns tun. - Immer aber, bei allem, was die Bergpredigt noch anspricht, soll die Liebe uns leiten, die wir bei Jesus lernen können. Die "Ruhe", die wir bei ihm finden, ist kein Seelenfrieden, sie betrifft nicht nur unseren inneren Menschen. Es ist genau so wie mit dem Gottesdienst am Sonntag - mit einem jedenfalls, der uns wirklich gut tut: Nach einem solchen Gottesdienst gehen wir nicht nur mit dem Gefühl nach Hause, ein Stündchen lang etwas für unsere Seele getan zu haben. Da geht doch viel mehr mit: Gedanken, die unseren Alltag verändern.
      Anstöße zu einem Leben, das Gott in die Mitte rückt. Vorsätze, die Liebe Jesu besser und immer besser zu den Menschen zu bringen ... Vielleicht verstehen wir die "Ruhe für unsere Seele", die Jesus uns schenkt, am besten als "Heil" und Heilwerden für unseren ganzen Menschen!?
      "... denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig ..." Wahrhaftig, bei ihm ist kein Hass, kein böses Wort, kein Aufbrausen und kein Verdammen. Er schaut uns mit den Augen der Liebe an. Die Liebe kann sich nicht über den anderen erheben. Wer liebt, weiß immer, dass er zuerst von Gott geliebt ist. Und diese Liebe wird uns geschenkt. Darum können auch wir sie weiterschenken.
      "Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht." Fragen wir die Menschen, die sich dieses sanfte Joch Jesu haben auflegen lassen, ob sie sich nun beschwert oder über die Maßen belastet fühlen: Den Arzt vielleicht, der jedes Jahr für ein paar Wochen nach Indien reist, um dort in 16-Stunden-Tagen mit unzähligen Operationen den armen Leuten mit seiner ärztlichen Kunst zu dienen. Und das freiwillig und kostenlos. Er wird antworten: Ich gebe nur zurück, was ich zuvor so reichlich erhalten habe. Und: Es macht mir Freude und ich werde es in jedem Jahr immer wieder tun, solange ich kann.
      Liebe Gemeinde,
      Jesus lädt uns ein, dass ihm nachzufolgen nicht bedrückend und schwer ist, sondern leicht und so, dass es Freude macht: Denn sein Joch ist sanft, und seine Last ist leicht.
      Amen.

      Es singt der Kirchenchor.

      Lasset uns beten:
      Vater unser im Himmel,
      Geheiligt werde Dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld,
      wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung,
      sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn Dein ist das Reich und die Kraft
      und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
      Amen.

      Wendet sich der Gemeinde zu und breitet die Arme aus:

      Der Herr beschütze dich und behüte dich,
      der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
      und sei dir gnädig,
      der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
      schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.

      Beschreibt mit der rechten Hand ein Kreuz:

      Amen.

      Zieht unter den Klängen der Orgel aus der Kathedrale aus.
      Kardinal Bernhard Leber
      Erzbischof von St. Luca und
      Metropolit der Demokratischen Union
      Mitglied im Kollegium der Kardinäle der heiligen und apostolischen Katholischen Kirche
    • Hat an der Messe teilgenommen und der Predigt aufmerksam zugehört.p
      Dr. h.c. Helen Bont, KEL
      Präsidentin des Unionsparlaments
      Präsidentin des Landtags von Salbor-Katista
      Doctor honoris causa philosophiae politicarum der Montary University
      Trägerin des astorischen White House Ribbon
      Trägerin des Großen Ordenskreuzes des Ordens von den Heiligen drei Königen des Königreichs beider Archipele
      Mitglied des Unionsparlaments
      Mitglied des Landtags von Salbor-Katista
      KOMMANDEUR der EHRENLEGION
      Mitglied und UNIONSVORSITZENDE der KONSERVATIV-DEMOKRATISCHEN UNION
    • Es ertönt die Orgel.

      Liebe Gemeinde,
      ich lade Euch heute ein, gemeinsam zur Ehre und zum Lobe Gottes zu beten. Denn das Beten ist die persönliche lebendige Beziehung eines jeden Menschen zu unserem unendlich guten Gott, zu seinem Sohn Jesus Christus und zum Heiligen Geist.
      Amen.

      Herr Gott, ich preise Dich im stillen
      um Deiner Werke Pracht,
      insonderheit der goldnen Sonne willen,
      die Du gemacht.
      Denn schön ist meine königliche Schwester,
      gibt Morgenrot und Mittagshelligkeit,
      den Abendhimmel als der Künstler bester
      malt sie mit glühenden Farben allezeit.
      Des Lenzes Blüten und des Sommers Ähren,
      des Herbstes Trauben dank ich ihr,
      kein anderes Geschöpf zu Deinen Ehren
      spricht lauter mir.

      Herr Gott, ich preise Dich im stillen
      um Deiner Werke Pracht,
      des Bruders Mondes und der Sterne willen,
      die Du gemacht.
      Denn sie verklären meiner Nächte Dunkel,
      und Friede trinkt das Herz,
      blick ich empor, löst freundlich ihr Gefunkel
      mir jeden Schmerz.
      Ich schau das Bild der Ewigkeiten
      im Sternenschein,
      und nimmer kann im Wandel ich der Zeiten
      ganz ungetröstet sein.

      Herr Gott, ich preise Dich im stillen
      um Deiner Werke Pracht,
      und um der Luft, der holden Schwester willen,
      die Du gemacht.
      Sie blickt mit sanftem Auge zu mir nieder,
      umkost mich lind
      und tränkt mit Lebensodem meine Glieder
      im Sommerwind.
      Sie trägt die Wolken über alle Länder
      mit mütterlichem Sinn
      und läßt sie Regen träufeln, Segensspender,
      zur Erde hin.

      Herr Gott, ich preise Dich im stillen
      um Deiner Werke Pracht,
      und um des Feuers, meines Bruders willen,
      das Du gemacht.
      Denn, schön und stark, weiß er die Kraft der Erze
      zu bändigen in seiner roten Glut,
      demütig, milde, leuchtet mir die Kerze,
      in treuer Hut,
      erwärmt er meine winterliche Zelle
      bereitet mir das Mahl,
      verscheucht die Dunkelheit mit froher Helle
      aus Kammer, Gang und Saal.

      Herr Gott, ich preise Dich im stillen
      um Deiner Werke Pracht,
      Auch um des Wassers, meiner Schwester willen,
      das Du gemacht.
      Denn sie ist keusch und aufrichtig von Herzen,
      und alles Schöne nimmt sie freudig auf,
      verklärts durch rhythmisch-heitres Spiel und Scherzen
      im Wellenlauf.
      Dem Wandrer labt sie in der Sonne Gluten
      der Zunge Trockenheit
      und kühlt die Glieder wohlig in den Fluten
      ihm hilfsbereit.

      Herr Gott, ich preise Dich im stillen
      um Deiner Werke Pracht,
      vor allem um der Mutter Erde willen,
      die Du gemacht,
      der schöngegürtet, ewig-wunderbaren,
      die Gras und Kräuter, Busch und Baum,
      die Tiere schuf, vom kleinsten unsichtbaren
      bis zu den Riesen tief im Meeresraum.
      Sie hat auch meinen schwachen Leib gestaltet,
      der wehrlos scheint und dennoch seine Hand
      zum Werkzeug aller Werkzeuge entfaltet,
      und mit der Zunge leicht das Wort gesandt
      in eines andern Brust, daß ein Gedanke
      mit mir sich eint, ein Ton aus beiden klingt
      und so zuletzt ein Werk zum danke
      aus zweier Menschen Doppelkraft entspringt.

      Herr Gott, ich preise Dich im stillen
      um Deiner Werke Pracht,
      um aller Heiligen und Weisen willen,
      die rühmen Deine Macht,
      der Brüder mild, mit sanften Händen,
      die jene, die sie haßten, nur geliebt
      und jenen, die da fluchen, Segen spenden,
      im Leid geübt.
      Die dankbar Dich mit hohem Sinn verehrten
      und unverwandt,
      lag schwer mitunter auch auf den Bekehrten,
      Herr, Deine Hand.

      Herr Gott, ich preise Dich im stillen
      um Deiner Werke Pracht,
      auch um der Schmerzen und des Todes willen,
      die Du erdacht.
      Denn unsre Trauer wird zur Freude wenden
      sich einst im Zeitenlauf,
      schließt Bruder Tod uns erst mit stillen Händen
      des bessern Lebens Pforte auf.
      Und selig die, so in dem Herzen sterben
      ohn Furcht und Graun,
      sie werden froh die Ewigkeit erwerben
      und keinen zweiten Tod mehr schaun.

      Es singt die Sopranistin des Kirchenchors und es spielt das Kirchenorchester.

      Lasst uns nun beten, wie Jeus uns gelehrt hat:
      Vater unser im Himmel,
      Geheiligt werde Dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld,
      wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung,
      sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn Dein ist das Reich und die Kraft
      und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
      Amen.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.
      Kardinal Bernhard Leber
      Erzbischof von St. Luca und
      Metropolit der Demokratischen Union
      Mitglied im Kollegium der Kardinäle der heiligen und apostolischen Katholischen Kirche
    • Unter den Klängen der Orgel zieht Erzbischof Kardinal Bernhard Leber in die Kathedrale ein.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Liebe Gemeinde, wir lesen in der Heiligen Schrift:
      "Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung1 war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Und als acht Tage um waren und man das Kind beschneiden musste, gab man ihm den Namen Jesus, wie er genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war."

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Liebe Gemeinde,
      Gott ist Mensch geworden in Gestalt eines Kindes: wehrlos, nackt und bloß liegt er in einer harten Krippe in einem Stall zwischen Ochs und Esel. Es ist das Gegenteil von dem, was uns heute in der Werbung und in den Konsumtempeln des modernen Kapitalismus vorgegaukelt wird.
      Warum feiern wir diese Tage Weihnachten? Weil das Jesuskind so lieblich anzuschauen ist? Weil das Fest so romantsich ist? Weihnachten, hat nichts zu tun mit Schnee, Weihnachtsgeschenken oder Weihnachtbraten. Weihnachten, dass ist einzig und allein die Geburt von Jesus Christus, der in die Welt gekommen ist, um unsere Sünden auf sich zu nehmen, auf das wir das ewige Leben erben.
      Mit Weihnachten feiern wir die Geburt eines ganz besonderen Menschen, der zugleich mehr war als nur Mensch: er war wahrhaftig Gottes Sohn.
      Durch die Jahrhunderte hindurch haben unzählige Menschen die Erfahrung gemacht, dass Gott nicht nur damals in die Welt gekommen ist, sondern noch immer unter weilt: er ist bleibende Gegenwart geworden. Er lebt auch noch heute durch die Auferstehung und durch die Sendung des Heiligen Geistes. Er ist in wunderbarer Weise da. Eine innere Kraft für uns alle und letztlich auch der Sinn unseres Lebens.
      Gott ist bei Dir! Diese frohe Botschaft bringt uns Weihnachten. So wie der Herr uns gesagt hat: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt".
      Gott ist aber auch Mensch geworden, damit der Mensch mehr Mensch wird. Zwei Sätze aus dem Johannesbrief machen dies deutlich: "Die Liebe Gottes wurde uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben." Und der zweite Satz: "Wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben."
      Gott schuf uns Menschen in Liebe nach seinem Abbild; wir Menschen sind berufen, ein "Abbild" Gottes zu sein. Wir sollen Anteil haben am Wesen des Schöpfers, und in Liebe, Güte und Barmherzigkeit verwirklichen wir das göttliche Wesen. Gott will Mensch werden auch durch uns.
      Die Bibel berichtet uns, dass einmal die Jünger zu Jesus kamen uns ihn fragten: "Wer ist doch der Größte im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf."
      Was sollten wir und was können wir von Kindern lernen? Es ist Vertrauen. Für Kinder ist die Welt noch gut. Sie haben keine Angst vor der Zukunft, denn da sind ja noch die Eltern. Kinder leben unbeschwert, denn sie haben "kindliches Vertrauen".
      Weihanchten möchte uns ermutigen, wieder neu ein Kind zu sein. Kind eines Vaters, der nicht nur weit weg im Himmel ist, sondern jetzt und immer unter uns ist. Gott ist bereits zur Welt gekommen in jedem von uns, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unseren Herzen durch den Heiligen Geist.
      Amen.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Lasst uns beten:
      Gott unser Vater, in dieser Nacht feiern wir die Geburt deines Sohnes Jesus. Durch ihn willst du unser Leben hell machen. Wir bitten dich:
      Hell wird die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als Licht in die Welt gekommen für alle, die traurig, einsam und allein sind.
      Guter Gott schenke allen Menschen etwas von diesem Licht.
      Wir bitten dich, erhöre uns.
      Hell wir die dunkle Nacht durch Jesus. Er ist als leuchtender Stern aufgegangen über dem dunklen Stall unserer Welt.
      Guter Gott, lass uns in deinem Licht leben und den Weg zueinander finden.
      Wir bitten dich, erhöre uns.
      Hell soll die dunkle Nacht durch uns werden, dann wir sollen dein Licht in die Welt tragen.
      Guter Gott, lass uns leuchtende Sterne sein, die dein Licht aufleuchten lassen, wo Menschen traurig sind, einsam und krank.
      Wir bitten dich, erhöre uns.
      Hell wird es werden in unserer Gemeinde, wenn wir alle leuchtende Sterne sind. Dann können wir in unserer Gemeinde und in vielen Gruppen Heimat finden.
      Guter Gott, schenke uns und allen Menschen einen Ort der Geborgenheit und der Heimat.
      Wir bitten dich, erhöre uns.
      Ja, Herr, lass es hell werden in uns und um uns herum. Dann werden alle sehen, dass du unter uns lebendig bist durch Christus, deinen Sohn.
      Amen.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Lasset uns beten, wie uns der Herr gelehrt hat:
      Vater unser im Himmel,
      Geheiligt werde Dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld,
      wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung,
      sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn Dein ist das Reich und die Kraft
      und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
      Amen.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Wendet sich der Gemeinde zu und breitet die Arme aus:

      Der Herr beschütze dich und behüte dich,
      der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
      und sei dir gnädig,
      der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
      schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.

      Beschreibt mit der rechten Hand ein Kreuz:

      Amen.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Unter den Klängen der Orgel zieht der Erzbischof aus die Kathedrale aus.
      Kardinal Bernhard Leber
      Erzbischof von St. Luca und
      Metropolit der Demokratischen Union
      Mitglied im Kollegium der Kardinäle der heiligen und apostolischen Katholischen Kirche
    • Besuchte mit seinen Kindern den Weihnachtsgottesdienst um seiner verstorbenen Frau zu gedenken.
      Prof. Dr. iur. habil. Dr. phil. pol. William C. Ashcraft
      Unionsrichter am Obersten Unionsgericht
      Inhaber des Lehrstuhls für Straf- und Strafprozessrecht
      Leiter des Instituts für Kriminologie der Count Donald Law School
      Dekan der Count Donald Law School der Montary University
      Mitglied der Ehrenlegion der Demokratischen Union
    • Unter den Klängen der Orgel zieht Erzbischof Kardinal Bernhard Leber in die Kathedrale ein.

      Es singt der Kirchenchor.

      Liebe Gemeinde, wir lesen in der Heiligen Schrift:
      "Es sprach aber einer zu ihm: Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden? Er aber sprach zu ihnen: Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden's nicht können. Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken und auf unsern Straßen hast du gelehrt. Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir, ihr Übeltäter! Da wird Heulen und Zähneklappern sein, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen. Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein. "


      Liebe Gemeinde,
      "Da wird Heulen und Zähneklappern sein". Kein gerade sehr schönes Bild, nicht wahr? Das hat nun wahrlich nichts mit Friede, Freude, Eierkuchen oder Kuschelreligion zu tun.
      "Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?" Das Evangelium sagt uns zwar nicht, wer diese Frage an Jesus richtete, aber ich denke doch, dass wir davon ausegehen können, dass sich der Fragesteller zu diesen Wenigen zählt, die gerettet werden. Jesus nimmt diese Fragestellung zum Ausgangspukt seiner Antwort:
      Sicherlich wollte Jesus nicht diejenigen entmutigen, die schwach im Glauben waren, doch wählt er sehr drastische Worte und Bilder, die diejenigen aufrütteln sollen, die in ihrer Selbstgerechtigkeit gefangen sind.
      Er will diejenigen aufwecken, die ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass ihnen das Tor zum Paradies weit offen steht. Ihnen erzählt Jesus das Gleichnis von dem Herrn, dessen Haustür sehr schmal ist, und die auch nicht beliebig lang offen steht. Irgendwann wird er sie schließen. Und dann werden sie draußen stehen, in der Kälte.
      Jesus warnt uns vor der Selbstgerechtigkeit, denn Sie verführt dazu, jede Mühe einzustellen, jedes weitere Nachdenken für überflüssig zu halten und sich für etwas Besseres als die Mitmenschen zu dünken.
      Jesus zählt nicht die Unterlassungen und Sünden derjenigen auf, die sich selbst für gerecht halten und trotzdem vor der Türe stehen. "Ihr habt alle Unrecht getan" ist denen gesagt, die nur für sich selber leben, aber das Recht der Witwen und Waisen, der Fremden und Schwachen mit Füßen treten. Doch statt dies zu wiederholen, bringt das Gleichnis etwas anderes: Die Selbstgerechten berufen sich darauf "Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Straßen gelehrt." Sie behaupten zu Jesus zu gehören, haben ihm aber nicht zugehört, als er auf ihren Straßen gelehrt hat. Sie haben für sich selbst keine Konsequenzen daraus gezogen.
      "Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Straßen gelehrt." Aber es reicht nicht, nur äußerlich eine Gemeinschaft mit Jesus zu bilden. Es reicht nicht aus, nur zu hören und gebildet über das Gehörte zu reden. Es geht darum zu hören, dass Gott mich ruft.
      Jeder von uns ist von Gott mit unterschiedlichen besonderen Möglichkeiten und Fähigkeiten ausgestattet, damit wir an der Gemeinschaft, in der Gottes Liebe und Gottes Reich konkret wird, mitbauen. Gott schuf mich mit meinen Talenten nicht damit ich mich separiere, sondern damit ich Teil habe und ich dabei bin.
      Aber die Antwort Jesu enthält auch eine Ermutigung an diejenigen, die für sich wohl erwarten, nicht dazu zu gehören: "Man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen."
      Jedem von uns gilt die Einladung, niemand ist von vorne herein ausgeschlossen. Es lohnt sich also, sich aufzumachen und sich nach seinen Fähigkeiten und seinen Kräften zu bemühen. Denn wir haben unsere Fähigkeiten und Kräfte bekommen, um sie einzusetzen, nicht um sie ruhen zu lassen in der Gewissheit, weil wir etwas Besseres wären, würden wir schon errettet werden. Nur wenn wir selbst aktiv werden, dürfen wir uns getrost der großen Liebe Gottes überlassen. "Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten."
      Amen.

      Es singt der Kirchenchor und es spielt das Kirchenorchester.

      Liebe Gemeinde, wir sprechen un das Glaubensbekenntnis:

      Wir glauben an den einen Gott,
      den Vater, den Allmächtigen,
      der alles geschaffen hat, Himmel und Erde,
      die sichtbare und die unsichtbare Welt.
      Und an den einen Herrn Jesus Christus,
      Gottes eingeborenen Sohn,
      aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
      Gott von Gott, Licht vom Licht,
      wahrer Gott vom wahren Gott,
      gezeugt, nicht geschaffen,
      eines Wesens mit dem Vater;
      durch ihn ist alles geschaffen.
      Für uns Menschen und zu unserem Heil
      ist er vom Himmel gekommen,
      hat Fleisch angenommen
      durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria
      und ist Mensch geworden.
      Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
      hat gelitten und ist begraben worden,
      ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
      und aufgefahren in den Himmel.
      Er sitzt zur Rechten des Vaters
      und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
      zu richten die Lebenden und die Toten;
      seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
      Wir glauben an den Heiligen Geist,
      der Herr ist und lebendig macht,
      der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
      der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird,
      der gesprochen hat durch die Propheten,
      und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.
      Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
      Wir erwarten die Auferstehung der Toten
      und das Leben der kommenden Welt.
      Amen.

      Es singt der Kirchenchor.

      Lasset uns beten, wie uns der Herr gelehrt hat:
      Vater unser im Himmel,
      Geheiligt werde Dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld,
      wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung,
      sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn Dein ist das Reich und die Kraft
      und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
      Amen.

      Wendet sich der Gemeinde zu und breitet die Arme aus:

      Der Herr beschütze dich und behüte dich,
      der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
      und sei dir gnädig,
      der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
      schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.

      Beschreibt mit der rechten Hand ein Kreuz:

      Amen.

      Unter den Klängen der Orgel zieht der Erzbischof aus die Kathedrale aus.
      Kardinal Bernhard Leber
      Erzbischof von St. Luca und
      Metropolit der Demokratischen Union
      Mitglied im Kollegium der Kardinäle der heiligen und apostolischen Katholischen Kirche
    • Hat den Gottesdienst besucht.

      Amen.
      Dr. h.c. Helen Bont, KEL
      Präsidentin des Unionsparlaments
      Präsidentin des Landtags von Salbor-Katista
      Doctor honoris causa philosophiae politicarum der Montary University
      Trägerin des astorischen White House Ribbon
      Trägerin des Großen Ordenskreuzes des Ordens von den Heiligen drei Königen des Königreichs beider Archipele
      Mitglied des Unionsparlaments
      Mitglied des Landtags von Salbor-Katista
      KOMMANDEUR der EHRENLEGION
      Mitglied und UNIONSVORSITZENDE der KONSERVATIV-DEMOKRATISCHEN UNION
    • Unter den Klängen der Orgel zieht der Erzbischof in die Kathedrale ein.

      Liebe Gemeinde,
      wir feiern diese Heilige Messe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

      Es singt die Gemeinde.

      Liebe Gemeinde,
      "In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel: Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete:
      Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden. "

      Es singt der Kirchenchor.

      Liebe Gemeinde,
      zwei Männer gingen zum Tempel hinaus, ein Pharisäer und ein Zöllner. Die Pharisäer im antiken Sebulon bemühten sich, die Gebote und Verbote im Gesetz des Moses treu zu beachten. Sie taten mehr, als das Gesetz vorschrieb. Zum Beispiel fasteten sie nicht nur an einem Tag im Jahr, wie es das Gesetz vorsah, sondern zweimal wöchentlich, am Montag und Donnerstag. Und obwohl nur für Getreide, Most und Öl eine Art Tempelsteuer zu entrichten war, zahlten die Pharisäer freiwillig für alles, was sie kauften, den zehnten Teil des Kaufpreises an den Tempel. Das taten sie freiwillig stellvertretend für andere, die es damit nicht ernst nahmen.
      Jesus stand den Pharisäern nahe und Paulus gehörte zu ihnen. Die Pharisäer kann man durchaus mit praktizierenden Katholiken vergleichen.
      Wer seine Religion ernst nimmt und konsequent nach den Weisungen seiner Religion lebt, ist in der Versuchung, sich im Vergleich mit anderen für besser zu halten und deshalb über andere erbarmungslos zu urteilen und sie zu verachten. Dieser Versuchung sind manche Pharisäer erlegen gewesen. An diese richtete Jesus scharfe Worte. Derselben Versuchung ist auch jeder Christ ausgesetzt.
      Jesus zeichnet in diesem Gleichnis das Bild eines selbstgerechten Pharisäers. Was die Einheitsübersetzung mit „er sprach leise dieses Gebet“ übersetzt, heißt in wörtlicher Übersetzung des griechischen Originaltextes „er betete bei sich“ oder „er betete zu sich“. Mit anderen Worten: er betete sich selber an. Sein Gebet war kein Gebet, sondern eine Selbstdarstellung und eine Selbstverherrlichung. Er zählte seine großartigen religiösen Leistungen auf.
      Es gibt einen Glauben und ein Beten, bei dem es Menschen nicht wirklich um Gott geht, sondern um ihre eigene Selbstgerechtigkeit. Sie reden im Gebet zwar Gott an, bleiben in Wahrheit aber bei sich selber. Sie meinen, sie würden zu Gott beten, beten aber zu sich selber. Sie beten sich selber an. Sie missbrauchen das Gebet, um sich vor Gott und vor den Menschen darzustellen und sich ins rechte Licht zu rücken.
      Als Kontrast zum selbstgerechten Pharisäer malte Jesus das Bild eines Zolleinhebers. Dieser hob den Zoll für das römische Reich ein, dessen Soldaten Palästina damals besetzt hielten. Wegen ihrer Zusammenarbeit mit der römischen Besatzungsmacht und wegen ihrer oftmals betrügerischen Zollforderungen waren die Zolleinheber vom Volk gehasst und wurden von Selbstgerechten als öffentliche Sünder bezeichnet und verachtet.
      Der Zolleinheber im Gleichnis wagte es nicht, im Tempelvorhof nach vorne zu gehen. Anstatt seine Hände zum Gebet zu erheben, schlug er an seine Brust. Mit einem kurzen Psalmwort bringt er zum Ausdruck, dass er in seiner Sündhaftigkeit auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen ist.
      Der Zolleinheber kam wie ein Bettler mit leeren Händen in den Tempel. Er wusste, wie ungereimt sein Leben ist. Er gab offen zu, dass manches daneben ging. Ehrlich stellte er sich den dunklen und schwachen Seiten seines Lebens. Aufrichtig gestand er sich ein, dass er Gott kein sündenfreies Leben vorzuweisen hat. Ganz hinten stand er im Tempel mit leeren, aber offenen Händen. Sich seiner Schuldhaftigkeit bewusst klopfte er an seine Brust und flehte um Gottes Barmherzigkeit.
      Der Zolleinheber „kam als Gerechter nach Hause“, sagte Jesus. Das bedeutet, er hat vor Gott richtig gehandelt; der Pharisäer nicht.
      Jesus hat damit keineswegs die Sünde des Zolleinhebers gut geheißen, sondern seine Einsicht, in seiner Sünde und sein schuldhaftes Leben auf das Geschenk der Barmherzigkeit Gottes angewiesen zu sein.
      Und Jesus hat nicht die Frömmigkeit und die Gesetzestreue des Pharisäers als vor Gott unrichtig erklärt, sondern das selbstgerechte Pochen auf seine frommen Leistungen und seine lieblose Verachtung anderer. Er hielt sich selber für besser und hat übersehen, dass er wie der Zolleinheber auch Sünder ist, der der Umkehr und der Barmherzigkeit Gottes bedarf.

      Es singt der Kirchenchor.

      Lasst uns beten:
      Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du Recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest. Siehe, ich bin als Sünder geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund. Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich schneeweiß werde. Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. Herr, tu meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

      Es singt der Kirchenchor.

      Liebe Gemeinde, lasst uns nun beten, wie Jesus Christus es uns gelehrt hat:
      Vater unser im Himmel,
      Geheiligt werde Dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld,
      wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung,
      sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn Dein ist das Reich und die Kraft
      und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
      Amen.

      Wendet sich der Gemeinde zu und breitet die Arme aus:

      Der Herr beschütze dich und behüte dich,
      der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
      und sei dir gnädig,
      der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
      schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.

      Beschreibt mit der rechten Hand ein Kreuz:

      Amen


      Unter den Klängen der Orgel zieht der Erzbischof aus die Kathedrale aus.
      Kardinal Bernhard Leber
      Erzbischof von St. Luca und
      Metropolit der Demokratischen Union
      Mitglied im Kollegium der Kardinäle der heiligen und apostolischen Katholischen Kirche